Werkzeugstahl fräsen lassen bei Degler
Das Fräsen von Werkzeugstahl erfordert eine abgestimmte Kombination aus Werkstoffkenntnis, Bearbeitungsstrategie und geeigneter Maschinentechnik. Degler fertigt Werkzeugstahlteile, Platten und Formkomponenten nach Zeichnung und unterstützt bei der Umsetzung individueller Anforderungen von der Vorbearbeitung bis zur CNC-Komplettbearbeitung. Typische Einsatzbereiche liegen im Werkzeugbau, Formenbau sowie im Maschinen- und Anlagenbau. Abhängig von Werkstoff, Härtezustand und Geometrie werden Bearbeitungsschritte wie Fräsen, Bohren, Tieflochbohren oder Schleifen sinnvoll kombiniert, um maßhaltige und funktionsgerechte Bauteile zu realisieren.
Werkzeugstahl fräsen: präzise Bearbeitung nach Zeichnung
Das Fräsen von Werkzeugstahl erfolgt in der Regel auf Basis technischer Zeichnungen oder CAD-Daten, die alle relevanten Anforderungen an Geometrie, Toleranzen und Funktionsflächen definieren. Degler fertigt Bauteile aus Werkzeugstahl individuell nach diesen Vorgaben und berücksichtigt dabei sowohl die Eigenschaften des Werkstoffs als auch die spätere Anwendung des Bauteils.
Zum Leistungsspektrum gehören unter anderem gefräste Platten, Formrahmen, Einsätze sowie komplexe Maschinenbauteile. Je nach Anforderung werden neben der Fräsbearbeitung weitere Fertigungsschritte integriert. Dazu zählen beispielsweise Bohren, Tieflochbohren oder Schleifen, um Funktionsflächen gezielt nachzubearbeiten oder enge Toleranzen einzuhalten.
Die Umsetzung erfolgt auf modernen CNC-Bearbeitungszentren mit drei bis fünf Achsen. Dadurch lassen sich auch komplexe Geometrien wirtschaftlich fertigen. Grundlage für die Bearbeitung sind gängige CAD-Formate wie STEP, IGES oder DXF, die direkt in die CAM-Prozesse übernommen werden können.
Durch die Kombination aus Werkstoffauswahl, geeigneter Bearbeitungsstrategie und abgestimmter Prozesskette entsteht ein Bauteil, das auf die jeweilige Anwendung im Werkzeugbau oder Maschinenbau ausgelegt ist.
Was beim Fräsen von Werkzeugstahl entscheidend ist
Die Bearbeitung von Werkzeugstahl lässt sich nicht pauschal bewerten, da die Fräsbarkeit stark von mehreren Einflussfaktoren abhängt. Entscheidend sind vor allem die Werkstoffzusammensetzung, der Wärmebehandlungszustand sowie die geforderte Bauteilgeometrie.
Werkzeugstähle unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Legierungsanteile und ihrer Gefügestruktur. Elemente wie Chrom, Molybdän oder Vanadium erhöhen beispielsweise die Verschleißfestigkeit, beeinflussen aber gleichzeitig das Zerspanverhalten. Mit steigender Härte nimmt in der Regel der Werkzeugverschleiß zu, wodurch die Auswahl geeigneter Schneidstoffe und Bearbeitungsparameter an Bedeutung gewinnt.
Auch der Zustand des Materials spielt eine zentrale Rolle. Weichgeglühte Werkstoffe lassen sich in der Regel leichter fräsen als bereits gehärtete oder vergütete Varianten. Bei gehärteten Werkzeugstählen wird häufig eine angepasste Bearbeitungsstrategie erforderlich, etwa durch reduzierte Zustellungen oder spezialisierte Werkzeuge, um Maßhaltigkeit und Oberflächenqualität sicherzustellen.
Neben dem Werkstoff beeinflussen auch die Bauteilgeometrie und die geforderten Toleranzen die Bearbeitung. Komplexe Konturen, tiefe Kavitäten oder große Bauteilabmessungen erfordern eine abgestimmte Prozessplanung. Dabei wird festgelegt, welche Bearbeitungsschritte in welcher Reihenfolge sinnvoll sind, beispielsweise Vorbearbeitung, Wärmebehandlung und anschließende Fertigbearbeitung.
Eine frühzeitige Abstimmung zwischen Konstruktion und Fertigung kann dazu beitragen, Bearbeitungsaufwand und Risiken zu reduzieren. Insbesondere bei anspruchsvollen Werkzeugstahlteilen ist es sinnvoll, Werkstoffwahl, Wärmebehandlung und Bearbeitungsstrategie gemeinsam zu betrachten.
Typische Werkzeugstähle für Fräsbearbeitungen
Für Fräsbearbeitungen kommen unterschiedliche Werkzeugstähle zum Einsatz, die je nach Anwendung spezifische Eigenschaften aufweisen. Die Auswahl des geeigneten Werkstoffs richtet sich unter anderem nach mechanischer Belastung, Verschleißbeanspruchung, Temperaturbereich und Anforderungen an die Oberflächenqualität.
Grundsätzlich lassen sich Werkzeugstähle in verschiedene Gruppen einteilen, die sich in ihrer Zusammensetzung und ihrem Einsatzgebiet unterscheiden. Diese Einordnung hilft dabei, die Anforderungen an die spätere Bearbeitung besser zu verstehen und geeignete Fertigungsstrategien abzuleiten.
Kaltarbeits-, Warmarbeits- und Kunststoffformenstähle
Kaltarbeitsstähle werden typischerweise für Werkzeuge eingesetzt, die bei niedrigen Temperaturen arbeiten, etwa für Stanz- oder Schneidprozesse. Sie zeichnen sich durch hohe Härte und Verschleißfestigkeit aus.
Warmarbeitsstähle kommen bei Anwendungen mit erhöhten Temperaturen zum Einsatz, beispielsweise im Druckguss oder in der Schmiedetechnik. Hier sind neben der Verschleißfestigkeit auch Warmfestigkeit und Temperaturwechselbeständigkeit entscheidend.
Kunststoffformenstähle werden im Formenbau verwendet, etwa für Spritzgusswerkzeuge. Sie sind auf gute Polierbarkeit, Maßstabilität und teilweise auch auf Korrosionsbeständigkeit ausgelegt.
Beispiele für Werkstoffe im Degler-Leistungsspektrum
Im Rahmen der Werkzeugstahlbearbeitung verarbeitet Degler eine Vielzahl gängiger Werkstoffe, die in unterschiedlichen Anwendungen eingesetzt werden. Dazu zählen unter anderem:
- 1.1730 und 1.2311 für allgemeine Anwendungen im Formenbau
- 1.2312 und 1.2738 für größere Formaufbauten und Bauteile mit Anforderungen an Zähigkeit und Bearbeitbarkeit
- 1.2714, 1.2343 und 1.2344 für Anwendungen im Warmarbeitsbereich, auch in ESU-Qualität (umgeschmolzen).
- 1.2083, 1.2085 und 1.2316 für korrosionsbeständige Anforderungen im Formenbau
- 1.2379 und 1.2842 für verschleißbeanspruchte Werkzeuge
Die konkrete Werkstoffwahl erfolgt stets in Abhängigkeit von Einsatzbedingungen, Bauteilgeometrie und geforderten Eigenschaften. Eine Abstimmung im Vorfeld kann dazu beitragen, Bearbeitbarkeit und Bauteilleistung sinnvoll aufeinander abzustimmen.
Anwendungen: CNC-Fräsen von Werkzeugstahlplatten, Formrahmen und Einsätzen
Gefräste Bauteile aus Werkzeugstahl kommen in unterschiedlichen industriellen Anwendungen zum Einsatz. Je nach Funktion und Belastung unterscheiden sich Geometrie, Werkstoffwahl und Bearbeitungsumfang teilweise erheblich. Degler fertigt sowohl einfache Zuschnitte als auch komplex bearbeitete Komponenten, die direkt in Werkzeugen oder Maschinen eingesetzt werden.
Typische Anwendungen für gefräste Werkzeugstahlteile sind:
- Formplatten und Formrahmen im Werkzeug- und Formenbau
- Einsätze für Spritzguss- und Druckgusswerkzeuge
- Matrizen und Stempel für Umform- und Schneidprozesse
- Hinterbauten und Unterkonstruktionen für Werkzeugsysteme
- Pumpengehäuse und Komponenten im Armaturenbau
- Maschinenbauteile mit erhöhten Anforderungen an Verschleißfestigkeit
Je nach Bauteil werden unterschiedliche Bearbeitungsstrategien angewendet. Während bei einfachen Platten häufig die Maßhaltigkeit und Ebenheit im Vordergrund stehen, erfordern komplexe Einsätze oder Formkomponenten eine mehrstufige Bearbeitung mit abgestimmten Fräs-, Bohr- und Nachbearbeitungsprozessen.
Durch die Fertigung nach Zeichnung können Geometrie, Passungen und Funktionsflächen exakt auf die jeweilige Anwendung abgestimmt werden. Dies ist insbesondere bei Werkzeugkomponenten entscheidend, da bereits geringe Abweichungen die Funktion des Gesamtsystems beeinflussen können.
Maschinenpark und Bearbeitungsmöglichkeiten bei Degler
Die Bearbeitung von Werkzeugstahl stellt hohe Anforderungen an Maschinensteifigkeit, Genauigkeit und Prozesssicherheit. Degler setzt hierfür auf einen Maschinenpark, der sowohl die Bearbeitung kleinerer Präzisionsteile als auch großformatiger Werkstücke ermöglicht.
Zum Einsatz kommen unter anderem CNC-Bohr- und Fräszentren sowie Portalbearbeitungszentren mit drei bis fünf Achsen. Diese ermöglichen die Bearbeitung komplexer Geometrien in mehreren Raumrichtungen und reduzieren Umspannvorgänge, was sich positiv auf die Maßhaltigkeit auswirken kann.
Für großformatige Bauteile stehen Maschinen mit entsprechend großen Arbeitsbereichen zur Verfügung. Je nach Anlage sind Bearbeitungsabmessungen im Bereich mehrerer Meter realisierbar. Dies ist insbesondere für Formplatten, Formrahmen oder Maschinenkomponenten relevant.
Ergänzend zur Fräsbearbeitung bietet Degler weitere Fertigungsmöglichkeiten, die in die Prozesskette integriert werden können. Dazu zählen unter anderem:
- CNC-Tieflochbohren für tiefe und präzise Bohrungen
- Schleifen zur gezielten Nachbearbeitung von Funktionsflächen
- 3D-Messtechnik zur Prüfung von Geometrie und Maßhaltigkeit
- Wärmebehandlung, Härten und Oberflächenbearbeitung je nach Anforderung
Durch die Kombination dieser Bearbeitungsverfahren lassen sich auch anspruchsvolle Bauteile aus Werkzeugstahl in mehreren Fertigungsschritten bearbeiten. Welche Verfahren im Einzelfall sinnvoll sind, hängt von Werkstoff, Geometrie und den geforderten Eigenschaften des Bauteils ab.
So erhalten Sie ein belastbares Angebot
Damit ein Angebot für das Fräsen von Werkzeugstahl fachlich korrekt und wirtschaftlich erstellt werden kann, sind vollständige und eindeutige Informationen entscheidend. Je präziser die Anforderungen beschrieben sind, desto verlässlicher lassen sich Machbarkeit, Fertigungsaufwand und Lieferzeit bewerten.
Für eine Angebotsanfrage sind in der Regel folgende Angaben relevant:
- technische Zeichnungen und CAD-Daten mit eindeutigen Maßangaben
- Informationen zu Toleranzen, Passungen sowie relevanten Funktionsflächen
- Werkstoffbezeichnung oder konkrete Werkzeugstahlgüte
- Angaben zum gewünschten Materialzustand, etwa weichgeglüht, vergütet oder gehärtet
- Stückzahlen sowie Hinweise zu Einzelteilfertigung oder Serienbedarf
- Angaben zu gewünschten Bearbeitungsschritten wie Fräsen, Bohren, Tieflochbohren oder Schleifen
- Informationen zu Wärmebehandlung oder Oberflächenanforderungen
Ergänzend können Hinweise zum späteren Einsatzbereich hilfreich sein. Dies gilt insbesondere bei Bauteilen mit hohen mechanischen Belastungen, komplexen Geometrien oder spezifischen Anforderungen an Maßhaltigkeit und Oberflächenqualität.
Interesse geweckt?
FAQ: Häufige Fragen zum Fräsen von Werkzeugstahl
Welche Werkzeugstähle lassen sich fräsen?
Grundsätzlich lassen sich sowohl unlegierte als auch legierte Werkzeugstähle fräsen. Die Bearbeitbarkeit hängt jedoch stark von Legierung, Gefüge und Härtezustand ab.
Kann gehärteter Werkzeugstahl gefräst werden?
Ja, auch gehärteter Werkzeugstahl kann gefräst werden. Dabei sind jedoch angepasste Werkzeuge, reduzierte Schnittparameter und eine abgestimmte Bearbeitungsstrategie erforderlich.
Welche Bearbeitungsschritte können kombiniert werden?
Neben dem Fräsen können je nach Anforderung weitere Verfahren wie Bohren, Tieflochbohren, Schleifen oder Wärmebehandlung in die Fertigung integriert werden.
Für welche Anwendungen werden gefräste Werkzeugstahlteile eingesetzt?
Typische Anwendungen liegen im Werkzeugbau, Formenbau sowie im Maschinen- und Anlagenbau, etwa für Formplatten, Einsätze oder mechanisch beanspruchte Bauteile.
Wie beeinflusst die Wärmebehandlung die Bearbeitung?
Die Wärmebehandlung verändert Härte und Gefüge des Werkstoffs und beeinflusst damit direkt die Zerspanbarkeit sowie die Reihenfolge der Bearbeitungsschritte.